Unsere ganzheitliche Lösung

Wir haben bereits im Herbst 2016 diesen Plan erstellt und wollten gleich loslegen. Auf der Fläche am Brunowall haben wir dann ein Gartenjahr gegärtnert (2017) und haben gleichzeitig an den Plänen mit der Stadt Soest gearbeitet. Hier sehen Sie die Planung von 2016/2017. Was aus unseren Plänen geworden ist? Kommen Sie doch am Brunowall vorbei und schauen Sie selbst.


„Die Stadt Soest plant Raum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Gärtnern und Experimentieren: Als Teilprojekte zur Aufwertung der historischen Wallanlagen sollen zwei Flächen am Brunowall bespielt werden. Diese erhalten nach den ersten Entwürfen der Planungsbüro DTP Landschaftsarchitekten GmbH einen komplett unterschiedlichen Charakter: Während der Bürgergarten dem gemeinschaftlichen und gemeinwohlorientierten urbanen Gärtnern dient, sieht die Planung für das ehemalige Schussfeld ein Experimentierfeld vor.“ (Quelle: Wallwentwicklungskonzept)

Wir sehen die Fläche als eine Einheit. Unser Lösungsvorschlag vereint die Bedürfnisse, Wünsche und Zielsetzung beider Teilprojekte. Die zitierte Zielsetzung der Stadt und der unterschiedlichen Gruppen werden dabei nicht nur berücksichtigt, sondern ganzheitlich realisiert. Deshalb möchten wir Ihnen hiermit als Gruppe sowohl unsere Aspekte des Bürgergartens, als auch die ganzheitliche Planung mit dem Experimentierfeld vorstellen:

Wir realisieren/ bieten an:

  • Gemeinschaftsbeet, jeder kann mitgärtnern und ernten
  • individuelle Beete nach Bedarf und Neigung, z. B. thematisch oder für eine Schul- oder Kindergartengruppe
  • Erlebnispfad, welchen sich die Experimentiergruppe in der Vorplanung wünschte
  • Sitzecken zum Ausruhen
  • Hinweisschilder und Erläuterungen
  • unsere öffentliche Kultur- und Begegnungsinsel (als Amphitheater realisiert) , welche für Gruppen als Treffpunkt, aber auch für Workshops zur Verfügung steht z. B. mit Angeboten für Kindergärten und Schulen. Die Kultur- und Begegnungsinsel kann selbstverständlich auch für Aufführungen, Reden und Vorträge genutzt werden.
  • Öffentlicher Grillplatz

Stellvertretend für alle Aktivisten und Gruppen in Soest haben wir hier Kooperationen aus unserer Soester MitmachGarten-Gruppe heraus generiert. Dabei bleiben wir offen für Ergänzende Angebote von Vereinen, Soester Bürgerinnen und Bürgern – Die Kultur- und Begegnungsinsel ist ein Treffpunkt für alle, ein Symbol der Einladung nicht Außen stehen zu beleiben sondern mitzumachen und mitzugestalten. Die folgende Auflistung ist deshalb beispielhaft:

In Kooperation mit dem BUND
Ansprechpartnerin: Birgit Langner (Vorsitzende der BUND OG Soest/Welver)

Angebot für Kinder/Schüler – alternativ auch für Erwachsene:
Geschichten erzählen
Elfen-Geschichten vorlesen mit Mitmach-Angeboten
Herstellung eines „Zaubertranks“, Elfenschmuck herstellen, Elfenhäuser bauen, Elfenbilder gestalten
LAND-Art mit Naturmaterialien gestalten
Workshop „Naturtheater“ – selbst entwickeln und aufführen!

Angebote mit Jugendlichen:
Schnitzen
Vortragsreihe „Schmetterlinge“ für Familien

Angebot auch für Erwachsene:
Der Färbergarten
Schutz der Wildbienen

In Kooperation mit dem Obst- und Gartenbauverein Soest (Ansprechpartner Klaus Fischer) z. B.
Der richtige Obstgehölzschnitt
Richtig kompostieren

In Kooperation mit Gerda Kolf z. B.
Komm, übe mit uns Brain Gym! (Das Gehirn durch Bewegungen trainieren)
Komm, übe mit uns Cantienica! (Körperprozesse heilsam beeinflussen.)
Komm, lass uns gemeinsam unsere Schätze der Kindheit heben!
Komm, lass uns alles Belastende zurücklassen!
Komm, klopf mit uns den Ärger weg! (Klopfakupressur)
Komm, mal mit uns!
Komm, mal mit uns „Liegende Achten“!
——-(Auf Papier, in der Luft, am Körper)
Komm, mal mit uns mit beiden Händen!
Komm, sing mit uns!
Komm, tanz mit uns!
Komm, strick mit uns!
Komm, erzähl uns etwas aus deinem Leben!
Komm, bastele mit uns Handspielpuppen!
Komm, improvisiere mit uns Puppenspiele!

In Kooperation mit Birgit Toll
Gesundes aus der Wildkräuterküche
Permakultur als Prinzip des Gärtnerns
Basische Ernährung
Schenk-Ökonomie

Zaun und Hecke

Der Entwurf der Stadtplanung sieht eine Umzäunung für den Teil des Bürgergartens vor. Das würde aber beispielsweise Hunden erlauben in den Teil der Experimentierfläche zu laufen und beispielsweise zu graben. Deshalb halten wir eine Umzäunung für das gesamte Grundstück für notwendig. Der geplante Staketenzaun kann somit ein einheitliches Bild in jede Himmelsrichtung abgeben. Die Zugänge erfolgen über zweiflügelig Tore, welche leicht zu öffnen sind und somit behindertengerecht.
Die Hecken plant die Stadt Soest in einer Höhe von 0,80 Meter. Dies soll den freien Blick aller Besucher auf die Fläche und die Wallanlagen ermöglichen. Doch aus unserer Sicht erfüllen die Hecken auch sinnvolle gärtnerische Aspekte. Deshalb planen wir die Hecken:
Rotbuche (gerne 2m hoch)zur Straße/ Brunowall- Schutz gegen Emissionen und Lärm:
eine „bunte“ Hecke (0,80m hoch) zum Mühlenweg
Brombeeren, Himbeeren, etc. als Hecke zur Gräfte
essbare Hecke, Obstgehölze, Holunder, Haselnuss etc. an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn

Unterstand statt Haus

Um unseren ökologischen Prinzipien Rechnung zu tragen planen wir eine Holzkonstruktion (ähnlich wie ein Carport), mit Rankgitter zur Begrünung an den Seiten. Wie auch in der Planung der Stadt befänden sich an den Seitenwänden Schränke für die Werkzeuge. An der Stirnwand könnten die Anschlüsse (Wasser und Strom) verlegt werden. Nach Möglichkeit sollte das Wasser aus der Zisterne oder dem Brunnen stammen sowie die Stromversorgung für Pumpe und Licht aus Solarpaneelen, um die Anlage in sich autark zu erhalten und dem ökologischen Anspruch gerecht zu werden. Dazu wäre hier- im Sinne des ökologischen Gedankens- ein Raum erbaut mit Holständerwerk und Lehmwänden.
Direkt in diesem Bereich soll sich der Hunde-Warteplatz befinden. Schließlich sollen sich alle Besucher Willkommen fühlen, auch wenn wir Hunde aus dem Gartenbereichen gern fernhalten wollen.
Rund ums Haus
Die Fläche für ein Gewächshaus wird direkt neben dem Unterstand reserviert. Hier möchten wir- im Sinne des ökologischen Leitfadens- gerne auf ein gebrauchtes Gewächshaus zurückgreifen. Die Lage „Wand an Wand“ sorgt für Synergien bei den Temperaturen. Ausgerichtet ist das Gewächshaus nach Süden. Zur zusätzlichen Wassergewinnung (z. B. über Herbst du Winter) soll unter dem Platz eine Zisterne vorinstalliert werden.
Für Besucher und Mitgärtner stehen im Bereich des Platzes Bänke und Tische zur Verfügung. Wichtig wäre aus unser Sicht auch ein (Rest-) Müllbehälter. Um allen Besucher auch bei hohen Temperaturen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten, planen wir einen Baum zu pflanzen um an Bänken und Tischen natürlichen Schatten zu haben. Eine gute Ergänzung wäre auch ein Elektrogrill der über einen Münzeinwurf jedem Besucher das –Grillen in diesem geschützten Bereich.

Wege

Im Gegensatz zur Entwurfsplanung wünschen wir uns als Bürgergartengruppe eine optische Unterbrechung der geraden Wege. Dazu sollen die unterfahrbaren Hochbeete in den zentralen Bereich verlegt werden, auf kleine Plätze. Offenporiges Pflaster für die beiden Hauptwege folgt wiederum unserm ökologischen Gedanken. Der zweite Hauptweg wird nicht gerade verlegt, sondern folgt vom Eingang aus einer Kurve bis zum Unterstand.
Die Wege in den Beeten werden wir aus Rindenmulch herstellen. Dabei nutzen wir die Schlüssellöcher-Wege, Diese Technik ermöglicht einen optimalen Zugang bei wenig verschenkter, weil nicht genutzter Fläche,
Brunnen
Zur steten Gewährleistung der Bewässerung planen wir einen Brunnen im Zentrum direkt am Hauptweg, zwischen den „Plätzen“ für die unterfahrbaren Hochbeete.
Wir favorisieren dabei eine Lösung, die auch gut mit Rollstuhl oder Rollator nutzbar und zugänglich ist.

Unser Gemeinschaftsbeet

Der größte Teil des Bürgergartens wird von uns als Gemeinschaftsbeet geplant. Hier ist die Anbaufläche alle, die gerne Mitgärtnern. Gemüse und allerlei Kräuter in zwei Kräuterspiralen sorgen für eine gute Vielfalt.
Im ruhigen Bereich zwischen der essbaren Hecke und dem Gemeinschaftsbeet soll ein Sinnespfad entstehen, der zum Entdecken einlädt.
Unserem ökologischen Leitfaden folgend wünschen wir uns eine Kompost-Toilette, welche nur für uns, und nicht zur öffentlichen Nutzung zur Verfügung steht.
Eine Komposttoilette ist genau kein WC, sie funktioniert ohne Wasser. Deshalb wird sie auch als Humustoilette bezeichnet. Das ist zum Einen wassersparend und zum Anderen ökologisch sehr sinnvoll.
Denn menschliche Fäkalien sind phospor-, kalium- und vor allem stickstoffhaltig, also eigentlich ideale Düngemittel. Auf dem festen Land dienen sie, vor allem im kompostierten Zustand, als wertvoller Dünger.
Unseren Kompost stellen wir natürlich selbst her: Wir werden wechselnd Flächen ausgeben. Biologisch entsteht also kein Müll.
Für den Restmüll ist ein Müllbehälter- gerne umbaut, mit grünem Dach- am seitlichen Eingang. Dies hat den Vorteil, das es ein kurzer Weg zur Straße (Abholung) ist.

Wiese des Experimentierfeldes

Das „Experimentierfeld“ soll als Kultur- und Begegnungsinsel für die Soester ein Gemeinschaftsort werden zum Austauschen und gegenseitigem Lernen. Hier können Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt werden, Maßnahmen zum Klimaschutz vorgestellt werden und vor allem eigene Erfahrungen am Lagerfeuer in der Natur ausgetauscht werden. Mit „allen Sinnen“ dabei sein, dies schafft viel Raum , um „Neues zu entwickeln“ und „Altes zu beleben“ – auch generationsübergreifend.
Um die Aspekte der unterschiedlichen Gruppen (Platz für Kunst, Ort für Workshops, etc.) planen wir eine insekten- und nützlingenfreundliche Wiese. Die Vielfalt soll z. B. mit Natternkopf, Kornblume, Mohn, Ochsenzunge, Sonnenhut, wilde Malven, Nachtkerze, Kugel-Lauch, Küchenschelle bepflanzt sein. Auch die Imker (der Imkerei-Verein) finden hier ihren Platz, denn ein guter Standort für die Bienenstöcke ist die nordöstliche Ecke in der Nützlingswiese am Mühlenpfad.

Kultur- und Begegnungsinsel

Wir schaffen Platz für alle Gemeinschaften! Um den Wünschen und Bedarfen der vielen unterschiedlichen Gruppen entgegen zu kommen, planen wir eine Kulturinsel: Das Amphitheater besteht aus zwei Halbkreisen mit je drei Stufen. Hier ist Platz für Seminare, Workshops, Reden, Vorträge, Ausstellungen und gemütliches Beisammensein, denn es gibt eine Feuerstelle in der Mitte.
Um zu jeder Jahreszeit in den Genuss zu kommen, wäre in Richtung Süden, d. h. in Richtung zur Straße eine Pergola mit Ranken ein guter Sonnen- und Lärmschutz.